Kinderbuch mal anders

 

Irgendwo in Südafrika. Irgendwann auf einem Berg. Zwei Münchner Frauen, Nadine Altenbach und Carolin Winterbauer, sitzen bei einem Gläschen Wein zusammen und reden. Über dies und das – ihre Erlebnisse auf Reisen

Carolin und Nadine auf Ideensuche in Kambodscha

Carolin und Nadine auf Ideensuche in Kambodscha

in fremde Kontinente, über Tiere, Menschen und Landschaften. Genau so werden Ideen geboren. An jenem Tag die, Kindergeschichten zu schreiben.

Ideen

Wie Ideen so sind, schwirren sie in Köpfen umher, schwirren wieder heraus, weil es da voll ist von anderen Gedanken, sie schlüpfen wieder hinein und irgendwann, sagen wir mal nach einem Jahr, haben sie konkrete Formen angenommen. Die von dem mutigen, gewitzten Mädchen YoYo, das aus jedem Land dieser Erde stammen könnte und die vom Nachtfalter Motte, niedlich, unscheinbar und auf mysteriöse Weise heldenhaft.

YoYo, Motte und "Die roten Elefanten"

YoYo, Motte und „Die roten Elefanten“

Und natürlich die Idee, Bücher zu gestalten, Geschichten zu erzählen, in denen YoYo, Motte und ihr geheimnisvoller Beutel Abenteuer erleben, die frei sind von Feindbildern. Wie beispielsweise „Die roten Elefanten“. Da landen unsere beiden Freunde mit ihrem Zauberballon inmitten der afrikanischen Savanne, treffen den kleinen Elefanten Kiko, der seiner Familie helfen will. Die sagenumwobenen roten Elefanten verlieren aus unerklärlichen Gründen ihre Farbe und das Rätsel muss gelöst werden – mit Unterstützung von YoYo und Motte.

Abenteuer

„Wir hatten uns irgendwann entschieden, professionell Kinderbücher zu gestalten. Weil wir niemand ins Boot holen wollten, schreibt Nadine die Texte und ich habe die Illustration übernommen – zu Beginn ohne Vorkenntnisse“, erzählt Carolin wie die Dinge sich entwickelten, „bei der ersten Geschichte (Der schwarze See) ließen wir uns spontan inspirieren. Mittlerweile reisen wir los und wollen gezielt etwas schreiben, schauen die Gegend an und überlegen, was YoYo und Motte hier erleben können. Wir haben immer ein Buch dabei, in dem wir unsere Ideen notieren. In einem Café, oder wo auch immer, entwerfen wir dann erste Skizzen, welche Abenteuer sich wie ereignen könnten, und bauen das später zu Hause aus.“

Bilder zum ausmalen

Bilder zum ausmalen

Beim Geschichten erzählen belassen es die beiden Autorinnen nicht. „Wir gestalten die Bücher interaktiv“, erklärt Carolin, „auf den letzten Seiten können die Kinder Bilder ausmalen, Rätsel lösen, ihren Namen hinein schreiben oder an einem Gewinnspiel teilnehmen.“ Das ist kein Zufall. Die Münchnerinnen möchten, dass die Kleinen gemeinsam mit ihren Eltern lesen und Fragen stellen. Durch dieses Gesamtpaket eignen sich die Geschichten gut als Reisebücher, sowohl zur Einstimmung als auch zum Zeitvertreib für lange Fahrten oder Flüge.

Vorlesen

Gedacht sind die Abenteuer von YoYo und Motte für Mädchen und Jungen ab sechs. „Aber auch jüngere Kinder hören gespannt zu, wenn sie aus den Büchern vorgelesen bekommen“, weiß Carolin Winterbauer aus Rückmeldungen von Eltern.

Die Köpfe der beiden sind voller weiterer Ideen, beispielsweise von Geschichten, die in der Antarktis spielen („möglicherweise ohne selbst da gewesen zu sein“), aber auch im heimischen Deutschland, „da sind dann auf jeden Fall bayrische Berge und Kühe im Spiel“, schaut Carolin nach vorne. Um die Abenteuer von YoYo und Motte zu vermarkten, haben sie und Nadine keinen Verlag gegründet, sondern eine Marke, da sie begleitend handgehäkelte Puppen, verschiedene Frühstücksbretter, Kühlschrankmagnete und Stiftköpfe anbieten.

"Spuk im Dschungel" erscheint im Sommer

„Spuk im Dschungel“ erscheint im Sommer

Herzensprojekt

„Wenn wir jedoch in konstruktivem Austausch mit Menschen, die ihr Fach verstehen und unsere Grundwerte unterstützen, einen Verlag finden, ist es vorstellbar“, zeigt sich Carolin Winterbauer einer Kooperation nicht abgeneigt, „um irgendwann flächendeckend in Deutschland die Bücher von YoYo und Motte in den Geschäften stehen zu haben.“

Der ureigenste Zweck, der in den Bergen von Südafrika entstandenen Idee, ein Mädchen und einen Nachtfalter mit einem Beutel rund um den Globus friedliche Abenteuer erleben zu lassen, ist nicht kommerzieller Natur, und auf Teufel komm raus schon mal gar nicht. „Wir machen beide beruflich etwas ganz anderes“, stellt Carolin klar, „YoYo und Motte ist ein Herzensprojekt, es macht Nadine und mir Spaß – und es soll Freude bereiten!“

JJ.

Weitere Informationen: http://www.yoyoundmotte.de/

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