Körbe-Schach

 

Der Basketballclub Winterthur ist der einzige Schweizer Basketballclub, der sowohl ein Frauen-Team als auch ein Männer-Team in der Nationalliga A ins Rennen schickt. Vor einigen Wochen durfte ich schon die fantastische Rahel Wehrli von den Mädels aus dem Kanton Zürich vorstellen.

Nikola; Fotograf Pixroom

Nikola; Fotograf: Pixroom

Heute zieht mit Nikola Stevanovic ein 1,93m großer Guard nach, der schon verschiedene Stationen, auch in Deutschland, absolviert hat. Wie es ihm in Winterthur gefällt, warum er schon immer mit der Trikotnummer 23 auflaufen wollte und welche Position er auf dem Parkett wie und warum spielt, erzählt er uns hier und jetzt:

„… dann hebe ich ab und mache den Dunking“

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JJ: Nikola, worin besteht für dich persönlich die Faszination Basketball, als Spieler, als Zuschauer?

Nikola Stevanovic: Basketball besteht aus Explosivität, Strategie, Teamwork und man spielt es in schnellen Schachzügen. Für mich persönlich ist es die Sportart Nummer eins.

JJ: Wie bist du zu diesem Sport gekommen, irgendwann als Kind durch deinen Vater, den großen Bruder – oder ganz anders?

Nikola: Ich habe schon im Alter von drei Jahren NBA-Spiele live um drei Uhr morgens im Schoß von meinem Papa (Sasa Stevanovic) angeschaut. Das hat mich inspiriert und mich motiviert, um eines Tages auf dem Basketballcourt zu stehen und auf Korbjagd zu gehen.

Mein Papa war ein Multitalent in Sportarten, doch vor allem Basketball war für ihn interessant und attraktiv. Dass in dieser Zeit die serbische/jugoslawische Nationalmannschaft weltweit Erfolg hatte, war für uns noch eine weitere Faszination.

JJ: Ich habe das Gefühl, du bist Michael Jordan Fan, Nikola; wenn ja, warum?

Nikola: Die Nummer 23 auf dem Rücken wie damals Jordan wollte ich immer schon!
Die Playoffs als kleiner Junge 1998 sind mir in grosser Erinnerung geblieben und der Spielfilm „Space Jam“ hat mich angetrieben, so wie Jordan zu spielen und eines Tages meine Träume zu erreichen.

JJ: Beschreibe mal bitte deine Lieblingsposition auf dem Platz. Was muss diese Position leisten, was davon kannst du leisten? Was macht dir Spaß daran?

Nikola: Meine Lieblingspositionen sind Playmaker und Shooter zu spielen. Den Pointguard zu spielen gibt mir immer viel Selbstvertrauen, da der er die Spielzüge organisieren und den Überblick behalten muss.

Nikola; Fotograf: Stefan-Kleiser

Nikola; Fotograf: Stefan-Kleiser

Auch liebe ich die Verantwortung, die sehr groß ist auf der Flügel-Position. Die besten Spieler der gegnerischen Mannschaft verteidige ich, das weiß der Coach vor jedem Spiel.

JJ: Erzähle bitte mal ein bisschen, wo du derzeit Basketball spielst. Was für eine Stadt ist Winterthur, wie sind eure Fans drauf, wie familiär, wie professionell gehts im Verein zu?

Nikola: Ich bin sehr überrascht, Winti macht jedes Jahr große Fortschritte, die Leute im Verein leisten eine großartige Arbeit! Wir haben Treatments wie Physio, Athletic Coach, Video, Scouting Sessions usw…

Die Stadt Winterthur hat großes Potenzial, die Studentenstadt ist sehr lebendig und die Winterthurer Einwohner können stolz sein auf ihr Spitzen-Basketball Entertainment. Es sollte noch mehr Leute erreichen.

JJ: Und: Was für ein Team hat sich für die laufende Saison zusammengefunden?

Nikola: Wir sind ein gutes Team, das sehr jung ist. Dieses Jahr kann nur von Vorteil sein, um so viel wie möglich zu lernen. Die Jungs sind cool und menschlich auf einem guten Weg.

JJ: Was habt Ihr euch als Team für die Saison vorgenommen, was du dir persönlich? Wie war, aus deiner Sicht, der Saisonverlauf bis jetzt?

Nikola: Die Playoffs sind das Ziel. Mein persönliches Ziel ist es, so viele Fortschritte wie möglich zu machen.

JJ: Ärgert dich, dass Basketball, dieser schnelle, spannende Sport voller sehenswerter technischer und taktischer Aktionen, in den Medien deutlich weniger als Fußball oder Skispringen und Biathlon wahrgenommen und angeboten wird (in Deutschland wie in der Schweiz)?

Nikola: Ja, es nervt schon, ich wünsche mir, es hier wäre es wie in Amerika! Die Deutschen leisten jedoch einen enormen Fortschritt, was Basketball angeht. Ich bewundere die Teams und die BBL allgemein als Liga.

JJ: Nikola, du rennst mit Ball auf den Korb zu, der nächste Gegenspieler ist gut zwei Meter hinter dir, wird dich nie erreichen; wann entscheidest du (und wie, warum), was du machst – ob du zum Dunking abhebst oder per Korbleger abschließt?

Nikola: Wenn meine Beine nicht müde von der harten Defensearbeit sind, dann hebe ich ab und mache den Dunking!

JJ: Welchen Basketballspielern, egal ob NBA oder Europa, siehst du gerne bei der Arbeit zu? Oder welchen Mannschaften? Magst du eher den amerikanischen Individualbasketball oder eher die spanischen Kombinationen?

Nikola: Mein Lieblings NBA-Team sind die San Antonio Spurs, weil sie intelligenten Basketball spielen. Doch auch europäischen Basketball liebe ich, weil man viel härter zur Sache geht; in der NBA kommt es erst in den Playoffs richtig zur Sache.

Nikola Stevanovic, Foto: Stefan Kleiser

Nikola Stevanovic, Foto: Stefan Kleiser

Ich schaue mir von der deutschen, spanischen, serbischen, türkischen, russischen und italienischen Liga und der Euroleague alles an. Plus die Spielzüge und Highlights der NBA, welche mir täglich Motivation geben.

JJ: Hast du einen Traum als Basketballspieler (welchen)?

Nikola: Meine Träume sind auf dem Parkett zu stehen und vor vielen Leute zu spielen. Wo? Wann? Das weiß ich noch nicht – aber wie, das habe ich in den letzten paar Jahren gelernt.

JJ: Danke und viel Spaß.

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Weitere Informationen: Webseite des Vereins oder facebook Seite des Vereins
Foto Startseite: Stefan Kleiser

Ein Kommentar:

  1. Ich wünsche Nikola viel Glück in dieser Saison und wünsche ihm, dass er seine Ziele und Träume erreichen kann. Forza Nikola!

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