Mit dem Team durch dick und dünn

 

Danceteam – das sind die jungen Frauen, die in den Timeouts bei Basketballspielen für Abwechslung und Kurzweil sorgen. Und für Show.

Die Mädels vom Danceteam

Teamcaptain Luisa ist seit 2011 an Bord bei den Brose Bamberg Dancers. Sie arbeitet bei den Stadtwerken.

Ihre Trainerin Sandra Albrecht beschreibt die 20jährige als „überaus kritikfähig und selbstreflektiert“. Zudem lebe sie für das Team und erwiese sich zuweilen als Teamhygieniker, „das bedeutet, sie gleicht durch ihre Art aus, wenn die Stimmung mal kippt – und das ruhig, klug und besonnen“.

Luisa, Brose Bamberg Dancers; Foto Highfivephotography

Luisa, Foto Highfivephotography

„Luisa kommt aus dem Athletikbereich“, informiert Sandra Albrecht weiter, „ist nicht die geborene Tänzerin und hat deshalb hart an sich arbeiten müssen, um auf das geforderte tänzerische Niveau zu gelangen. Ich bewundere Ihre Ausdauer, mit der sie diszipliniert trainiert. Sie hat eine unglaubliche Ausstrahlung – ist quasi unser Model. Ihre Stärke ist, sich perfekt in Szene zu setzen. Wenn sie die Choreo mal verpatzt, fällt es aufgrund Luisas Präsenz keinem auf.“

Natürlich informiert uns die Tänzerin über (fast) alles selbst. Hier und jetzt:

 

„Ich fühle mich zuhause…“

 

JJ: Luisa, warst du schon beizeiten, in frühester Kindheit, die kleine Tänzerin mit unermüdlichem Bewegungsdrang und sicherem Rhythmusgefühl?

Luisa: Nein, das kann ich so nicht bestätigen. Ich war in meiner Kindheit in der Leichtathletik aktiv und durch meinen Vater an das Thema Rad, um genau zu sein „Rennrad“, gebunden.

JJ: Was fasziniert dich mittlerweile am Tanzen?

Luisa: Mich fasziniert am Tanzen, dass man die Zuschauer durch seine eigene Art verzaubern kann. Jede Tänzerin, jeder Tänzer, ist individuell und zeigt bei Auftritten seine Persönlichkeit.

JJ: Gibt es einen Tanzstil, vielleicht abhängig von der Musikrichtung, den du besonders magst?

Luisa: Ich finde Cheerleading beeindruckend, dort wird der Aspekt auf Hebefiguren, Pyramiden und Akrobatik gelegt. Für den Betrachter immer mit einem Nervenkitzel verbunden.

JJ: Machst du tänzerisch außer die BROSE ARENA auch die Discotheken, Clubs oder Tanzsäle im Frankenland unsicher, Luisa?

Luisa mit den Brose Bamberg Dancers bei den Top Four in Berlin

Luisa bei den Top Four in Berlin; Foto: easycredit BBL

Luisa: Hin und wieder, wenn es sich anbietet. Ich bin aber auch gerne am Abend auf der Terrasse mit einem Glas Weißwein und beobachte den Sonnenuntergang.

JJ: Beschreibe mal bitte, was für dich ganz persönlich den Unterschied ausmacht zwischen einfach nur irgendwie, irgendwo, irgendwann tanzen und tanzen mit deinem Team?

Luisa: Ein Team bedeutet für mich eine Gemeinschaft, mit der man durch dick und dünn geht. Man erlebt gemeinsame Erfolge, aber auch Misserfolge und Kritik. Ich würde uns als zusammengeschweißtes Team beschreiben, dass aufeinander angewiesen ist und einander Respekt zeigt.

JJ: Wie fühlst du dich in dem Moment, in dem du am Spieltag mit den anderen Tänzerinnen in die Arena einläufst?

Luisa: Nach sechs Jahren fühle ich mich zuhause…

JJ: Was bekommst du vom Spiel mit, Luisa, (oder anders gefragt: Wie sehr bist du auf eure Auftritte in den Timeouts konzentriert und vielleicht im Tunnel)?

Luisa: Als Tänzerin verfolgt man das Spiel natürlich mit ganz anderen Augen. Man schätzt die Chancen ab, wann ein Timeout kommen könnte und geht eventuell seine Choreographien noch einmal im Kopf durch.

Man ist durchgehend konzentriert, aber keineswegs abwesend. Mitfiebern ist natürlich erlaubt.

JJ: Wie viel Basketballfan ist in dir und wie war das, bevor du zu den Brose Bamberg Dancers (damals Brose Baskets Dance Team) gekommen bist?

Luisa von den Brose Bamgerg Dancers; Foto Dirk Rudroff

Luisa; Foto Dirk Rudroff

Luisa: Als gebürtige Bambergerin bin ich im Landkreis Bamberg aufgewachsen. Ich verbinde viel mit der Stadt und da führt am Basketball natürlich kein Weg vorbei.
Ich bezeichne mich nicht als Fan, sondern ehr als Sympathisantin und Mitglied in der Familie “Brose Bamberg”.

JJ: Mit welchen Gefühlen bist du damals zum Casting gefahren (oder ersten Training oder welcher Veranstaltung auch immer, bei der entschieden wurde, ob du dabei bist), wie lief es und mit welchem Gefühl bist du wieder raus?

Luisa: Als ich im Jahr 2011 durch eine Freundin auf das damalige Brose Baskets Dance Team aufmerksam wurde, hatte ich sehr gemischte Gefühle. Ich wusste nicht, was mich erwartet und zudem war ich für eine Bundesliga-Tänzerin noch sehr jung.  Mein erstes Training war hart, aber es hat den Ehrgeiz in mir geweckt.

JJ: Wie lief die erste Zeit für dich im Team, Luisa, wie hast du dich, wie habt Ihr euch entwickelt?

Luisa: Die erste Zeit war für mich sehr holprig, mir haben Grundkenntnisse aus dem Tanzen gefehlt. Jedoch hat der Ehrgeiz nicht locker gelassen und das komplette Team kann auf eine große Entwicklung mit viel Erfahrung zurückblicken.

JJ: Wie läuft das Training ab?

Luisa: Wir trainieren zwei Mal pro Woche am Wochenende sowie unter der Woche. Unser Training beginnt mit einem Besprechungskreis, in dem aktuelle Themen, neue Kostüme und andere organisatorische Dinge gemeinsam besprochen werden.

Dann beginnt das eigentliche Training mit einem kurzen Aufwärmen, bestehende Tänze werden geprobt sowie neue Tänze erlernt. Abgerundet wird unser Training mit einer Bauch-Beine-Po-Einheit oder einer Krafttraining-Einheit im Geräteraum.

JJ: Luisa, wenn ich Tänzerinnen oder Tänzern zuschaue, spüre ich manchmal, wie einige nicht nur technisch perfekt sind, sondern ihre Gefühle raus lassen. Wirklich deutlich sichtbar. Wie ist das bei dir?

Luisa: Ich war in der ersten Zeit vor unseren Timeouts sehr aufgeregt und habe mich sehr auf das korrekte Ausführen der Choreographie konzentriert und weniger auf den Ausdruck der Gefühle. Mit Erfahrung ändert sich das natürlich!

JJ: Beschreibe mal bitte dein Team. Wie seid Ihr tänzerisch so drauf und wie menschlich?

Luisa: Tänzerisch sowie menschlich individuell. Wir stehen alle auf einem Leistungsniveau und wissen, was ONE TEAM heißt. Neben den Spielen, Trainings und Auftritten sind wir gerne beeinander und gehen auch außerhalb der Trainingszeiten einmal tanzen.

JJ: Und wie sieht das mit der Trainerin aus? Ist sie vergleichbar mit den Fußballcoaches, denen der Ruf des „harten Hundes“ 😉 anhaftet?

Luisa im Team der Brose Bamberg Dancers

Luisa im Team vorne, Foto: Matthias Schramm

Luisa: Ich sehe unsere Trainierin und das Trainerteam nicht als „harten Hund“. Diszipliniert, zielstrebig und erfolgsorientiert passt eher!

JJ: Was denkst du, Stand jetzt, wie lange läufst du noch auf in der BROSE ARENA?

Luisa: Nach dem aktuellem Stand kann ich es mir weiterhin vorstellen, für Brose Bamberg zu tanzen, jedoch sollte man unserem Nachwuchs den „Brose Bamberg Junior Dancers“ oder den „Brose Bamberg Mini Dancers“ hin und wieder den Vortritt lassen.

JJ: Vielen Dank, Luisa.

Weitere Informationen: facebook Seite Brose Bamberg Dancers

Foto Startseite: Dirk Rudroff

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