Regine und ihr YouTube Kanal „AreaRea“

 

Als ich im Teenie Alter mal in Bulgarien am Schwarzen Meer Urlaub machte, saßen die meisten aus meiner Reisegruppe die ganze Zeit im Hotelrestaurant und verkosteten Spirituosen. Am liebsten deutsche. Ich aber lief, fast immer alleine,  durch die Straßen der Stadt und schaute mich um. Architektur, Flora und Fauna, Menschen…

 

Auf den Spuren der Kultur

Damals wusste ich nicht, dass ich mit meinem instinktiven und neugierigen Verhalten auf den Spuren der Kultur war. Wie komme ich auf die alten Kamellen? Ganz einfach. Ich will die Geschichte von Regine und ihrem YouTube Kanal „AreaRea“ erzählen.

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Die Studentin für Medienkulturwissenschaft verspürte schon in ihrer Kindheit „eine Zuneigung zur Kunst“ und verreiste gerne, „um andere Orte kennenzulernen“, sie malt selbst, schreibt Gedichte und weiß „eine Affinität für Sprache“ in sich. Auch Museen sind schon immer ein  Tummelplatz der Wissbegierde für sie.  „Das Studium ist sehr theoretisch“, schätzt Regine ein und suchte vielleicht deshalb nach einer Art Gegengewicht – praktisch und erlebbar.

Nachgedacht, wie sie das, was sie mag, aus ihrer Sicht für andere weitervermitteln kann, hatte die junge Frau schon lange. Ein Blog vielleicht? „Ich entschied mich für die auto-visuelle Gestaltung“, blickt sie ein gutes halbes Jahr zurück, „das macht mir einfach Spaß, und das dynamische Medium YouTube bietet zudem die Möglichkeit, von bekannten und unbekannten Menschen über die Kommentare Feedback zu bekommen. Interaktion entsteht.“

 

Athen, Paris, Lissabon, Meer und mehr

Erobert Regine eine Stadt für sich, Lissabon oder Athen beispielsweise, und erzählt uns davon, zeigt uns Bilder, dann geht es nicht nur um die Sehenswürdigkeiten und die Kulturtempel, von denen wir alle schon mal gehört oder gelesen haben. Sie zeigt mehr, sie zeigt es mit ihren Augen. „Mir geht es auch um die Alltagskultur, die Stimmungen. Was ist los auf den Straßen und Plätzen? Was bieten die Cafés oder Märkte? Was wird gegessen und getrunken? Was für Menschen sind das?“, beschreibt die YouTuberin ihre Herangehensweise, „es geht um ein Gefühl für Land und Leute.“

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Außer Videos über Städte bietet Regine ebenso engagiert und begeistert, ebenso individuell, solche über Serien, Filme, Theateraufführungen, Museen, Ausstellungen… „Ich möchte den Kulturbegriff breit fächern“, schränkt sie sich nicht selber ein, „Street Art oder Graffiti gehören ebenso dazu.“

Und so ist es ja auch im richtigen Leben. „Museen und Theater öffnen sich zunehmend, kommen raus aus dem elitären Bereich“, beobachtet die Studentin die letzten Jahre und Jahrzehnte, „immer mehr junge Menschen interessieren sich, nehmen Kulturangebote an, sind oder werden Zielgruppe.“

 

Locker, kurz, cool

Verbiegen muss sich Regine überhaupt nicht, um ihre Videoclips hip und cool daher kommen zu lassen. So ist sie. „Oft gestalte ich die Filme collagenartig, baue verspielte Elemente ein oder Wasserfarbkleckse“, sagt sie und erzählt, dass sich deren Machart, die Länge und damit letztlich auch die Qualität über die Monate verändert und entwickelt haben. Und weiter entwickeln werden.

„Ich will keine Lehrstunde erteilen, die Beiträge sollen locker rüber kommen und auch deutlich kürzer sein als beispielsweise Fernsehdokumentationen“, nennt sie ihren Anspruch und weiß gleichwohl um den Zeitgeist.

Online geht ein Clip erst dann, wenn die Macherin zufrieden ist, und das „kann lange dauern“, plaudert sie aus dem Nähkästchen, legt Musik unter, schneidet, untermalt, bereitet auf. Letztlich macht Regine das Ganze für sich selbst, aus sich heraus, möchte indes ebenso „Kultur vermitteln und neue Leute motivieren“.

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Wenn dann, wie geschehen, nicht nur Freunde, sondern mehr und mehr fremde Menschen die Beiträge kommentieren, ihr schreiben: „anfangs kam ich zufällig auf Ihren YouTube Kanal AreaRea, jetzt regelmäßig“, kommt so richtig Freude auf in der Studentin, „Kultur vermitteln gibt ein positives Gefühl!“

 

Als ich damals in den 70er Jahren durch die Straßen der kleinen Stadt am Schwarzen Meer schlenderte, einfach nur von Neugier und Fernweh getrieben, war weder an YouTube noch an Regine zu denken. Ihre Geschichte aber rief die wunderbaren Erinnerungen zurück. Und das ist gut so.

JJ

Weitere Informationen: https://www.youtube.com/channel/UCU6h7ycryeww_L7u6yDFe1g/videos

alle Fotos privat

 

 

 

 

 

Ein Kommentar:

  1. Lieber JJ,
    Vielen Dank für den schönen Artikel!:) Ich freu mich sehr darüber! Er ist wirklich schön geworden!

    Viele Grüße,
    Regine

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