Nach dem Spiel auf 180

 

Mit dem sechsten Platz in der Saison 2015/2016 der Damen Basketball Bundesliga zieht das Team der Halle LIONS in die Playoffs ein. Am 27.März spielt Alina Hartmann mit ihren Mädels in Herne, am 01. April dann zuhause in der ERDGAS Sportarena. Natürlich frage ich da mal eben nach und gehe zunächst auf Anfang:

„Wo der Basketball mich hinführt“

 

JJ: Alina, du bist im basketballverrückten Bamberg geboren, geht es in Halle ähnlich begeistert zur Sache?

Alina Hartmann: Ich bin überrascht wie viele Menschen zu useren Heimspielen in die Halle kommen, das hätte ich so nicht erwartet, da Halle ja wesentlich größer ist als Bamberg und es noch andere höherklassige Sportarten gibt.

JJ: Wie bist du zum Basketball gekommen?

Alina Hartmann: Ich habe als Kind immer oft Sport gemacht, Fußball, Basketball, Volleyball… Irgendwann musste ich mich dann für eine Sportart entscheiden, die ich im Verein ausüben wollte und das war Basketball.

JJ: Was fasziniert dich an dem Sport?

Alina Hartmann: Das beste am Sport sind die Menschen, die man kennenlernt. Ich habe Freunde auf der ganzen Welt durch den Sport gefunden, darüber bin ich unglaublich glücklich.

JJ: Auf welcher Position spielst du, was prädestiniert dich dazu und was machst du da besonders oft und erfolgreich?

Alina Hartmann: Ich spiele entweder auf der Flügelposition (2/3) oder auf der Small Forward Position (4). Wenn ich auf dem Flügel spiele, ist wohl mein Wurf von außen meine größte Stärke und wenn ich auf der Centerposition bin, das Rebounden.

JJ: Du hast in den USA Basketball gespielt, Alina. Eine andere Welt? Sind die Hallen voller, ist die Leistungsdichte größer – auch bei den Mädels?

Alina Hartmann: Eine andere Welt, ja. Zum einen sind die Menschen dort unglaublich sportbegeistert, egal welche Sportart und egal ob Männer oder Frauen. Zum anderen sind die finanziellen Mittel, die sowohl in den Männer als auch in Frauen Collegesport gesteckt werden, wesentlich größer. Dadurch sehen die Möglichkeiten natürlich komplett anders aus als in Deutschland/Europa.

SV Halle LIONS 2015

Foto: SV Halle LIONS

JJ: Bekommst du Sport und Studium, besonders zeitlich, gut unter einen Hut?

Alina Hartmann: Besonders in der Prüfungsphase ist es schon sehr stressig. René Spadauw, unser Trainer, und das ganze Management in Halle hat dafür aber großes Verständnis und Uni ist wichtiger als der Sport, zumindest in den heißen Phasen.

JJ: Charakterisiere bitte mal, sportlich und menschlich, deine Lions?

Alina Hartmann: Durch René als neuen Coach sind wir sportlich gesehen ein Team, das schnellen Basketball und aggressive Defense spielen will. Menschlich gesehen macht es unglaublich viel Spaß mit den LIONS. René hat es von Beginn der Saison an geschafft, ein Team zu formen und wir verstehen uns alle wirklich gut.

 

JJ: Wie bist du persönlich bislang mit deiner und eurer Leistung zufrieden?

Alina Hartmann: Natürlich hätte alles ohne Verletzungen von Laura Hebecker und Noémie Rouault besser laufen können, ich bin aber dennoch zufrieden. Es ist René Spandauws erstes Jahr hier und er will das längerfristig aufbauen. Als Start kann man mit dieser Saison also zufrieden sein. Und sie ist noch nicht vorbei! (Am 27.03. beginnen die Play offs gegen den Herner TC; Heimspiel ist am 01.04., 20 Uhr in der ERDGAS Sportarena in Halle)

JJ: Wie oft bist du direkt nach einem Match mit dir selbst zufrieden, bist du deine härteste Kritikerin?

Alina Hartmann: Ich ärgere mich oft über Fehler, die ich mache und direkt nach einem Spiel bin ich da oft noch auf 180. Ich brauche meist immer etwas Abstand, bevor ich auf ein Spiel zurückblicken kann ohne mich zu ärgern und neutral die Fehler/guten Dinge beurteilen zu können.

JJ: Was für eine Erfahrung war die Europameisterschaft für dich?

Alina Hartmann: Die Europameisterschaft war eine unglaubliche Erfahrung. In einer Drucksituation zu sein, in der man das letzte Spiel gewinnen muss, um in der A-Gruppe zu sein, war eine große Herausforderung. Das Ziel erreicht zu haben, fühlt sich toll an. Zusätzlich trifft man bei einem solchen Turnier natürlich auch Leute aus ganz Europa und sieht ein neues Land.

JJ: Wo geht deine Reise hin, möchtest du dem Basketballsport lange verbunden bleiben?

Alina Hartmann: Solange der Basketball gut mit meinem Studium zu verbinden ist, möchte ich dem Sport auf jeden Fall verbunden bleiben. Es würde mich außerdem reizen, durch den Sport noch andere Länder zu sehen und eventuell sogar im Ausland zu spielen. Mal sehen wo mich Basketball also hinführt.

JJ: Vielen Dank, Alina, und viel Erfolg in den Playoffs.

Foto Startseite: SV Halle LIONS

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