Die gesunde Mischung

 

Laura Hebecker von den Halle LIONS kann bei den Playoff-Spielen ihrer Mädels (27.März in Herne, am 01. April dann zuhause) bestenfalls zuschauen. Nach einem Kreuzbandriss heißt es erstmal Reha und dann Aufbautraining. Mit dem Herzen bei ihrem Team und dem Basketballsport ist die 1,83 m große und 22 Jahre junge Frau nichtsdestotrotz.

„Basketball ist Teamsport“

 

JJ: Laura, wie kamst du zum Basketball?

Laura Hebecker: An meine Grundschule kam ein damaliger Trainer und hat ein paar Schnupperstunden gemacht und anschließend auch regelmäßiges Training angeboten. Nach einiger Zeit wurde ich dann für den Verein angemeldet.

JJ: Was fasziniert dich genau an dieser Sportart?

Laura Hebecker: Ich finde es toll, dass ein Spiel eigentlich meist erst nach 40 Minuten entschieden ist. Eigentlich besteht immer die Möglichkeit, das Spiel doch noch zu drehen. Zudem mag ich auch, dass es ein Teamsport ist. Es kommt darauf an, wie die einzelnen Spieler und ihre Fähigkeiten zusammen funktionieren. Meistens gewinnt doch die Mannschaft, die besser als Team funktioniert, als das Team, das die besseren Einzelspieler hat.

JJ: Ist Halle/Saale eine Basketballstadt?

Laura Hebecker: Ich denke, dass Fußball in Halle im Vordergrund steht. Aber ich bin der Meinung, dass sich Basketball auf jeden Fall ein Standbein aufgebaut hat, aber es doch mehr Konkurrenz durch andere Sportarten gibt, als vielleicht in anderen Städten oder Vereinen.

JJ: Ich weiß von Fußball-Frauen, dass sie als Vorbilder oder Idole meistens Männer nennen, obwohl es aus meiner Sicht auch richtig gute Spielerinnen gibt. Wie ist das bei dir, nennst du auch Dirk Nowitzki, Stephen Curry oder Kobe Bryant, bevor dir eine Frau einfällt?

Laura Hebecker: Mir würden auch zuerst männliche Spieler einfallen, obwohl es erfolgreiche Frauen gibt. Das liegt aber, denke ich daran, dass Männerbasketball doch mehr publiziert wird als Frauenbasketball.

JJ: Welche Position spielst du, Laura, welche Stärken bringst du dafür mit, was magst du an der Position?

Laura Hebecker: Ich spiele Flügel, also hauptsächlich Position 2 und 3. Dabei mag ich, dass man auf dem Flügel sehr flexibel spielen kann und vielseitig einsetzbar ist. An sich spiele ich natürlich lieber auf einer der kleinen Positionen, finde es aber dennoch auch mal ganz abwechslungsreich, wenn ich auf den größeren Positionen eingesetzt werde, was als Flügelspielerin durchaus möglich ist.

JJ: Bist du während des Spiels im berühmten Tunnel oder staunst du auch mal über einen gelungenen Spielzug? Gibt es dabei einen Unterschied, ob du gerade auf dem Parkett stehst oder auf der Bank verschnaufst?

Laura Hebecker: Wenn ein schöner Spielzug gelingt, dann freue ich mich natürlich. Allerdings versuche ich, die Konzentration schon immer hoch zu halten. Wobei ich sagen würde, dass man auf der Bank dann doch noch etwas mehr staunen kann, weil man da nicht unmittelbar in die nächste Spielsituation verwickelt ist und nicht direkt auf die nächste Aktion reagieren muss.

Foto: SV Halle LIONS

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SV Halle LIONS

JJ: Ich habe als Fußballer früher deutlich mehr Vorlagen gegeben als Tore geschossen und daran auch tatsächlich mehr Freude gehabt. Wie ist das bei dir, bist du die Passerin, die Rebounderin, oder netzt du selbst ein? Oder ist es die gesunde Mischung?

Laura Hebecker: Ich denke, bei mir ist es die gesunde Mischung. Ich gehe gerne mal zum Rebound und  natürlich freut man sich, wenn man selber punkten kann, aber ich finde es genauso toll, wenn durch einen schönen Spielzug ein anderer punktet. Basketball ist schließlich ein Teamsport und da ist es wichtig, dass man sowohl in der Offense als auch in der Defense als Team funktioniert.

JJ: Laura, was sind deine Halle LIONS für eine Truppe, menschlich und sportlich?

Laura Hebecker: Ich denke, wir sind dieses Jahr recht flexibel aufgestellt, so dass wir vor allem in der Offense eigentlich viele Optionen haben. Wenn wir diese Möglichkeiten gut zusammenbringen, kommen da schon ein paar gut anzusehende Spielzüge heraus.

JJ: Liegt Ihr in dieser Saison im Plan, was ist noch möglich?

Laura Hebecker: Mit dem 6. Platz nach der Hauptrunde liegen wir im Mittelfeld und haben einen Platz in den Play Offs sicher. Damit ist das Ziel Play Offs erstmal erreicht. Was jetzt noch möglich ist, muss man sehen. Man könnte aber sagen, es steht wieder 0:0 und dadurch ist alles möglich.

JJ: Was bedeuten Länderspiele für dich?

Laura Hebecker: Da immer nur zwölf Spielerinnen für Deutschland antreten können, ist es natürlich eine Ehre, wenn man zu diesem Kreis dazu gehört und sozusagen für die Arbeit im Training belohnt wird. Länderspiele sind meiner Meinung nach auch nicht vergleichbar mit Saisonspielen, da du dann mit den Spielerinnen zusammenspielst, die die Saison über meist deine Gegnerinnen sind. Demzufolge sind Länderspiele schon eine besondere Situation, die man nicht alle Tage erlebt und an die ich mich gerne erinnere.

JJ: Wo geht deine Reise hin, möchtest du dem Basketballsport lange verbunden bleiben?

Laura Hebecker: Momentan steht bei mir erstmal Reha und dann Aufbautraining auf dem Programm, um nach dem Kreuzbandriss wieder fit zu werden und nächste Saison hoffentlich wieder normal und ohne Probleme spielen zu können. Wenn das alles so klappt, würde ich gerne noch eine Weile Basketball spielen und sehen, wohin die Reise geht.

JJ: Vielen Dank, Laura. Ich wünsche dir gute Besserung und danach noch viel Spaß beim Basketball.

Foto Startseite: Halle LIONS

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