Einfach unfassbar viel Spaß

 

Julian Zenger ist noch 18 Jahre jung und 1,90 Meter groß. Er spielt im Volleyball den Libero, ist also derjenige, der ein andersfarbiges Trikot als die Jungs seines Teams trägt. Seine Position wurde eingeführt, um die Abwehr zu stärken, er darf beispielsweise nicht aufschlagen, blocken und auch keinen Blockversuch unternehmen. Ebenso darf er keinen Ball zum Gegner spielen. Wie das aus seiner Sicht funktioniert, wie er zum Volleyballsport kam und viele andere Dinge erzählt er uns selbst. Hier:

„Volleyball war immer ganz vorne auf meiner Favoritenliste“

 

JJ: Warum spielst du ausgerechnet Volleyball, Julian?

Julian Zenger: Also, angefangen habe ich mit Fußball und eine Zeit lang habe ich versucht, beide Sportarten zu betreiben. Aus Zeitgründen war dies aber irgendwann nicht mehr möglich. Da mir beide Sportarten sehr zugesagt hatten, war die Entscheidung nicht sehr leicht. Aber im Nachhinein habe ich mich eindeutig richtig entschieden.

Julian mit Fan Hermine, die ihn zum MVP auszeichnet; (c) Gunthild Schulte-Hoppe

Julian mit Fan Hermine, die ihn zum MVP auszeichnet; (c) Gunthild Schulte-Hoppe

JJ: Wie bist du zum Volleyball gekommen, war es der Klassiker mit dem Vater, dem Onkel oder dem großen Bruder? Oder ganz anders?

Julian Zenger: Zu Beginn war es der Klassiker. Mein Vater spielt selbst und trainiert im Moment auch noch eine Volleyballmannschaft. Zu Beginn war er mein Trainer. Zum Volleyball im Leistungsbereich bin ich tatsächlich über Zufall und über meinen Sportlehrer aus der Realschule gekommen. Er brachte mich damals mit meinem Spielserien- und VLW Kader Trainer Andreas Elsäßer in Verbindung und dann nahm das Ganze seinen Lauf. Ein Jahr später habe ich auch schon für die Jugend des VfB Friedrichshafen gespielt.

JJ: Wie hast du als Kind den Volleyballsport empfunden, hat er dich von Beginn an fasziniert?

Julian Zenger: Als Kind war es mir eigentlich egal, was genau für eine Sportart ich mache, sobald sie etwas mit einem Ball zu tun hatte, war ich schon automatisch fasziniert. Aber Volleyball war mit Fußball immer ganz vorne auf meiner Favoritenliste.

JJ: Was magst du aus der Sicht des Zuschauers am Volleyball?

Julian Zenger: Für die Zuschauer bietet der Volleyballsport eine sehr große Spannbreite: Spannung, Athletik, Schnelligkeit und Bewegungsabläufe der Volleyballtechniken, die für die Zuschauer, welche nichts mit Volleyball zu tun haben, fremd sind und daher sehr beeindruckend aufgenommen werden. Ich denke, dass sich viele Leute, wenn sie sich ein bisschen mehr mit diesem Sport beschäftigen würden, ihn ebenfalls sehr faszinierend finden würden.

JJ: Was liebst du als Spieler am Volleyball, Julian?

Julian Zenger: Ich persönlich finde das Volleyballspiel an sich sehr faszinierend. Wenn ein längerer Ballwechsel entsteht, es öfters hin und her geht und jede Mannschaft einfach alles dafür gibt, den Punkt zu machen, bereitet dieser Sport einfach unfassbar viel Spaß.

JJ: Julian, wenn ich mal hobbymäßig und eher selten Volleyball gespielt habe, fand ich klasse, wie schnell sich, selbst unter völlig fremden Menschen, ein Teamspirit entwickelte. Geht es dir – natürlich auf ganz, ganz anderem Niveau – ähnlich? Wie wichtig ist der Teamgeist?

Julian Zenger: Da muss ich dir absolut zustimmen. Ich habe jetzt schon sehr viele unterschiedliche Menschen über den Volleyballsport kennen gelernt, und ich kann sagen, dass ich mich immer sehr wohl gefühlt habe. Der Teamgeist ist natürlich auch sehr wichtig.

JJ: Erzähle mal, Julian, wie deutlich unterscheiden Volleyballer zwischen Abwehr und Angriff?

Julian Zenger: Zwischen diesen beiden Bereichen befindet sich ein sehr großer Unterschied. Bei der Annahme ist die Flugzeit des Balles länger und somit hat man mehr Zeit zu reagieren. Bei der Annahme wird auch versucht, den Ball möglichst genau zum Zuspieler zu bringen.

Julian in Aktion

Julian in Aktion

Dies ist in der Abwehr eher weniger der Fall. Dabei ist natürlich das Hauptziel, dass der Ball nicht den Boden berührt und im Spiel bleiben kann. Man versucht in der Abwehr aber nicht, den Ball genau an einen bestimmten Punkt zu bringen.

JJ: Wie ist es bei dir, bist du der Abwehrstratege, der Angreifer, oder wie ich vermute, als Libero der Organisator, der Aufbauspieler? Erkläre bitte mal bei der Gelegenheit, was ein Libero im Volleyball ist.

Julian Zenger: Der Libero ist der Organisator der Annahme und Abwehr. Er versucht, seine Mitspieler auf die kommende Situation vorzubereiten und sie zu unterstützen. Dies ist besonders in der Annahme der Fall. Ebenfalls versucht der Libero, das Zusammenspiel von Block und Verteidigung im Laufe des Spiels zu verbessern.

JJ: Was befähigt dich dazu, welche Stärken bzw. Fähigkeiten für diesen Part bringst du mit?

Julian Zenger: Ich denke, meine Stärken sind, dass ich sehr großen Spaß an dem Spiel habe. Zudem denke ich, dass ich zu den schnelleren und reaktionsfähigeren Spieler gehöre und das ist ein großer Vorteil für einen Libero.

JJ: Woran musst du noch arbeiten, von der Erfahrung mal abgesehen, die ja eh mit der Zeit kommt?

Julian Zenger: Ich versuche, meine Technik in den einzelnen Bereichen immer wieder zu verbessern und zu optimieren. Ich habe jetzt schon viele verschiedene Trainer gehabt und jeder hat eine andere Technik oder eine andere Kleinigkeit an mir entdeckt. Ich möchte versuchen, alles zu verbessern.

JJ: Julian, für welches Team hast du letzte Saison gespielt, wie lief es? Für welches Team spielst du kommende Saison, freust du dich darauf?

Julian Zenger: Ich habe in den letzten drei Jahren immer für die Stützpunktmannschaft aus Friedrichshafen in der zweiten Bundesliga Süd gespielt. Die vergangene Saison war für uns als junge Mannschaft sehr zufriedenstellend. Natürlich waren Spiele dabei, in denen wir durchaus besser hätten spielen können, aber alles in allem war die Saison in Ordnung.

Julian in Weiß

Julian in Weiß

In der kommenden Saison werde ich für den VCO Berlin in der 1. Bundesliga spielen. Ich freue mich sehr auf das kommende Jahr, da ich finde, dass die Mannschaft, welche nur aus Spielern aus dem Jahrgang 97/98 besteht, sehr gut zusammen passt und wir alle sehr viel Spaß in der kommenden Saison haben werden.

JJ: Erzähle uns bitte ein wenig über das Thema Julian und die Nationalmannschaft.

Julian Zenger: Ich bin jetzt seit circa drei Jahren in der Nationalmannschaft dabei. Wir waren bisher bei einer Europameisterschaft in der Türkei, bei der wir den 4. Platz belegten und bei einer Weltmeisterschaft in Argentinien, wo wir den 13. Platz errangen. Im kommenden September steht wieder eine Europameisterschaft in Bulgarien an.

JJ: So, und zum Schluss: Denkst du, möchtest du, dass der Volleyballsport dich noch sehr, sehr lange begleitet?

Julian Zenger: Ich hoffe sehr, dass mich diese Sportart noch eine Weile begleitet. Ich werde auf alle Fälle versuchen, so weit zu kommen und so erfolgreich zu werden wie möglich. Wenn es dann nicht für den großen Erfolg gereicht hat, habe ich immerhin später sehr viel zu erzählen und kann auch sagen, dass ich mit dieser Sportart sehr viel Spaß hatte.

JJ: Danke, Julian.

Foto Startseite: Julian mit mit Fan Hermine, die ihn zum MVP auszeichnet,

von (c) Gunthild Schulte-Hoppe

 

 

 

 

 

 

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