Macht man mehr Fehler als wie früher?

 

Geht ein Mensch zum Bäcker, sagt er danach: Ich war beim Bäcker. Kommt der selbe unterwegs an einer Unfallstelle vorbei, ist unsicher, ob und wie er helfen soll oder kann, schaut nur kurz zu und läuft dann unverrichteter Dinge weiter, sagt er in den seltensten Fällen: Ich habe nicht geholfen, ich war unsicher, deshalb ging ich weiter. Die meisten – oder fast alle – Menschen sagen dann: Man ist sich unsicher und läuft weiter. Macht wirklich „man“ das so? Oder machen ich, du, er, sie, es das so?

Verstecken sich viele heutzutage mit ihrer Unzulänglichkeit hinter einem Wort, den drei Buchstaben m, a und n? Oder fehlen ihnen einfach nur die nötigen Kenntnisse der deutschen Sprache? Als am Nikolaustag 2015 Günter Jauch zu seinem Jahresrückblick „Menschen, Bilder, Emotionen“ einlud, war unter anderem der Fußballspieler Robert Lewandowski zu Gast. Der Moderator, der seine Sprache beherrschen sollte, woran auch kein Zweifel besteht,  fragte den Torjäger ständig, was man in dieser oder jener Situation denkt, wie man hier und da reagiert. Der polnische Sportler indes, der deutschen Sprache eher nur behelfsmäßig mächtig, antwortete stets: Ich dachte, ich lief, ich schoss, ich tat dies, ich tat jenes.

Liegt das daran, dass sich unsere polnischen Nachbarn nicht hinter dem Wort man verstecken, gibt es das Wort dort nicht, gehen sie ehrlicher mit sich und ihren Fehlern und Schwächen um? Ich weiß das nicht. Mich nervt nur dieses ständige man-Gequatsche, ähnlich wie mich nervt, dass viele nicht wissen, wie die Worte als und wie gehändelt werden, obwohl das nun wirklich mit Abstand die einfachste grammatikalische Regelung in unserer Sprache ist. Mehr als, genauso viel wie. Basta! So macht man das.

Schlimm ist, dass es bei der Beherrschung der Sprache kaum noch Vorbilder gibt. Na ja, besser gesagt, es gibt sie sicher, nur in den Medien beispielsweise finden sie kaum statt. Vielmehr sind es immer mehr Personen des öffentlichen Lebens, neudeutsch Promis genannt, aber auch Normalbürger, die in Radio und Fernsehen derart fehlerhaft daher reden, dabei nicht korrigiert werden und so dem Zuhörer oder Zuschauer den Eindruck vermitteln, es sei schon richtig, dass man falsch gehandelt habe. Oder es sei schon okay, wenn der Hase schneller läuft wie der Igel.

Hier die eben von mir angemahnte Korrektur: 1. Ich habe falsch gehandelt. 2. Der Hase läuft schneller als der Igel.

So, und wenn mir, dem, der Fehler anprangert, nun im Eifer des Gefechtes, oder weil ich einfach nur selber nicht perfekt bin, der eine oder andere Fauxpas in diesem Text unterlaufen ist, dann bekenne ich: Nicht man hat die Fehler gemacht, sondern ich.

ICH. Mann, oh Mann, ist das so schwer?

JJ

Bild Startseite: Tim Reckmann_pixelio.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*