Auf Fashion Reise mit Steven

 

Steven Epprecht  hat zunächst eine kaufmännische Lehre bei der Bank mit Berufsmaturität absolviert und anschließend fünf Jahre als Kundenberater gearbeitet. Nebenbei studierte er BWL und schloss mit dem Bachelor-Diplom ab. Im Modelbusiness ist der Schweizer seit fast sechs Jahren tätig, vorerst neben- und seit zwei Jahren hauptberuflich. Wenn er nicht gerade unterwegs ist, wohnt und lebt Steven im wunderschönen Zürich. Seit einem halben Jahr gestaltet er einen eigenen Blog.

 

„Ja, es war die beste Entscheidung!“

 

JJ: Steven, sicher wolltest du als Kind Lokführer, Pilot oder Busfahrer werden, wie fast alle Jungs, wann kam zum ersten Mal der Modelgedanke auf; und kam er aus dir selbst oder von außen?

Steven Epprecht: Nein, eigentlich waren dies nicht meine typischen Berufswünsche. Gut, eine kurze Phase wollte ich mal Pilot werden. Doch dann in der 5. Klasse waren meine zwei Berufswünsche entweder Schauspieler oder CEO einer Firma, dies habe ich so in einem Schulaufsatz geschrieben. Ans Modeln habe ich eigentlich nie wirklich gedacht, da ich auch nicht die schlanke Figur hatte und nicht so zufrieden mit mir war.

Steven Epprecht; fotografiert von Diana Kottmann

Steven Epprecht; fotografiert von Diana Kottmann

Das Ganze nahm seinen Lauf, als ich anfangs 2010 auf Hawaii für einen Sprachaufenthalt war. Da wurde ich am Strand von einem Modelscout angesprochen, mit allerdings noch 10kg mehr auf den Rippen. Ich habe das Projekt dann da nicht weiterverfolgt, aber es weckte das Interesse an diesem Business in mir und änderte auch meinen Lebensstil.

Ich begann gesünder zu essen und mehr Sport zu treiben. Zurück in der Schweiz, habe ich mich dann bei Modelagenturen beworben und so hat dies alles begonnen.

JJ: In meiner Jugend verdrehten sich die Mädels die Köpfe nach allen möglichen Jungs, nach mir nie. Warst du, anders als ich, der Blickfang auf dem Schulhof?

Steven Epprecht: Ein Stück weit ja, also ich habe schon auch von Mädchen Komplimente gekriegt früher. Ich war aber immer mehr der Nice-Guy, mit dem alle abhängen wollten, zumal ich auch noch gut in der Schule war. 😉

JJ: Sicher erinnerst du dich an den Moment, in dem du dich entschieden hattest, voll auf die Karte Model zu setzen. Erzähle mal bitte.

Steven Epprecht: Ja, das war vor zwei Jahren, als ich mein BWL-Studium abgeschlossen hatte und sich die Frage stellte, nun weiter in meinem Bankberuf Karriere zu machen oder voll auf die Karte „Model“ setzen. Es war ein schwieriger Entscheid. Schließlich hatte ich einen sicheren und gut bezahlten Job und musste dies gegen die Selbstständigkeit und Unbeständigkeit im Modelbusiness abwägen.

Schlussendlich wollte ich aber das Risiko eingehen und meiner Leidenschaft nachgehen. Ich wollte mir es später nicht vorwerfen müssen, es nie probiert zu haben. Und in unserem Business musst du nun mal extrem flexibel und spontan sein, was nicht mit einem anderen Job nebenbei zu vereinbaren ist, wenn du es richtig machen willst.

JJ: War es eine gute Idee?

Steven Epprecht; fotografiert von Diana Kottmann

Steven Epprecht; fotografiert von Diana Kottmann

Steven Epprecht: Ja, es war die beste Entscheidung und ich bereue es bis heute keinen Tag. Klar, jeder Job hat seine Sonnen- und Schattenseiten. Diese Ungewissheit und Kurzfristigkeit, was eine enorme Flexibilität von dir selbst aber auch deinem Umfeld abverlangt, ist in meinem Beruf nicht immer einfach. Aber dafür mache ich das, was ich am liebsten mache und bin dankbar, dass ich diese Möglichkeit habe und so viel herum komme und interessante Menschen und Orte kennenlernen darf.

JJ: Wenn du vor der Kamera in Pose gehst und der Fotograf den Auslöser betätigt, oder wenn du über einen Laufsteg schreitest, was fühlst du in dem Moment, was geht in dir vor?

Steven Epprecht: Ich liebe den Moment und versuche ihn so gut wie möglich zu genießen. Klar, auch ich bin teilweise immer noch nervös vor großen Shootings oder Shows, wo man nicht weiß, was einen erwartet, respektive wie das Publikum oder der Fotograf/Kunde reagiert. Aber schlussendlich macht es immer unheimlich viel Freude und ich bin mit viel Leidenschaft dabei.

JJ: In dem einen oder anderen Fernsehformat oder Film pushen die Fotografen die Models oft, geben heftig Anweisungen und loben engagiert. Ist das im richtigen Leben auch so, Steven; und ist es nötig?

Steven Epprecht: Naja, das ist ganz unterschiedlich und kommt auf den Fotografen und sicherlich auch auf das Model an, wie erfahren es ist und wie viele Posen es von sich aus selbst gibt. Bis jetzt habe ich aber sehr wenige sehr pushende Fotografen gesehen. Und für mich persönlich ist die übertriebene Inszenierung des Fotografen auch nicht nötig.

Selbstverständlich sind gewisse Anweisungen für das perfekte Bild angebracht, denn schließlich sieht der Fotograf den Bildausschnitt und daher ist er auch berechtigt, entsprechende Anweisungen zu geben. Schlussendlich ist es aber immer ein Zusammenspiel aller Beteiligten, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

JJ: Worin besteht für dich ganz persönlich die Faszination Modeln? Hat es auch etwas von In-Rollen-schlüpfen? Geht es über das Präsentieren vom eigenen Körper und zu bewerbenden Produkten hinaus?

Steven Epprecht: Ja, absolut. Für mich ist es weit mehr als das Präsentieren des Körpers oder Bewerben von Produkten. Modeln ist für mich eine Art Schauspielern, in neue Rollen zu schlüpfen, kreativ zu sein, neues auszuprobieren und schlussendlich auch aus der eigenen Komfortzone herauszugehen. Das Modeln stärkt, so komisch das klingen mag, auch deine Persönlichkeit.

Steven Epprecht; fotografiert von Diana Kottmann

Steven Epprecht; fotografiert von Diana Kottmann

Du lernst dich bestmöglich zu präsentieren, dein Auftreten, dich zu verkaufen. Du lernst aber auch mit Konkurrenz umzugehen, Niederlagen (viele Absagen gehören nun mal dazu) zu akzeptieren und mit Ablehnung umzugehen. Dies alles nicht zu nah an dich heranzulassen und weiterzuarbeiten. Schlussendlich verlangt das Modeln auch eine enorme Disziplin ab. Es ist weit mehr als einfach vor eine Kamera zu stehen und zu lächeln oder über einen Runway zu laufen.

JJ: Ändern Erfahrung und Routine etwas daran, wie du ein Shooting, einen Dreh oder einen Laufsteg-Job angehst?

Steven Epprecht: Absolut, man ist ein wenig entspannter. Routine bringt Entspannung mit. Es macht die Sache lockerer und einfacher, wenn du zum Beispiel die Kunden/Fotografen/Make-up Artisten, etc. bereits kennst. Nichtsdestotrotz ist immer noch eine gewisse Nervosität da und das macht es aber auch spannend.

Klar, nicht mehr bei jedem Job. Heutzutage ist es so, dass ich, vor allem in der Schweiz, zu Jobs gehe und meistens das ganze Team bereits kenne. Das verschafft natürlich von Anfang an eine lockere Atmosphäre.

JJ: Hast du das Gefühl, dass manche oder viele Menschen anders mit dir umgehen, wenn du sagst: „Ich bin Steven und arbeite als Model“ – verglichen mit: „Ich bin Steven, Banker, Informatiker…“?

Steven Epprecht: Ja, ich habe das Gefühl, man wird nicht richtig ernst genommen. Sicherlich auch wegen der vielen Klischees. Und vor allen Dingen ist die Folgefrage immer: Ja, kann man davon gut leben? Viele sehen es nicht als richtigen Beruf, sondern nur etwas, was man nebenbei macht. Diese Menschen sehen aber oftmals auch nicht dahinter, was alles dazu gehört, nebst einfach vor der Kamera oder auf dem Laufsteg eine gute Figur zu machen.

JJ: Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Blog zu schreiben, worum geht es dabei inhaltlich, was willst du erreichen und gibt es Feedback?

Steven Epprecht: Die Blogidee hatte ich schon lange. Das ist mir immer schon im Kopf herumgeschwirrt. Vor allem, weil ich mich gerne mit Modethemen, Lifestyle, Travel, etc. auseinandersetze und dies vor allem auch meines Berufes als Model wegen nahe liegend ist.

Ich komme viel herum, sehe die neusten Trends und schöne Städte, schreibe gerne und wollte dies mit den Leuten teilen. Ich wurde auch vielfach aus meinem Kollegenkreis um Rat in Bezug auf Modethemen oder Styling gefragt.

Steven Epprecht; fotografiert von Diana Kottmann

Steven Epprecht; fotografiert von Diana Kottmann

Zudem war ich der Meinung, dass es vor allem in der Schweiz noch nicht wirklich gute Männerblogs gibt. Die Kombination hat mich schlussendlich veranlasst, dieses Projekt vor einem halben Jahr zu starten.

Inhaltlich geht es vor allem darum, dass ich die Leserinnen und Leser auf meine Reise als Model mitnehmen möchte und ihnen die neusten Trends in Sachen Fashion, Lifestyle und Travel näher bringen möchte. Alles Themen, die mich interessieren und worüber ich gerne schreibe. Deshalb ist der Name meines Blogs auch so gewählt www.SEsignaturestyle.com à Signaturestyle, es ist also meine Handschrift in Sachen Style.

Ich möchte vor allem auch Stories aus meinem privaten Leben, meine Erfahrungen und Menschen, die ich treffe, in meinen Blog einfließen lassen. Kurz gesagt ist der Blog dazu da, andere Menschen an meinem Leben teilhaben zu lassen und sie auf die Reise durch die Themen Fashion, Lifestyle und Travel mitzunehmen.

Mein Blog (www.SEsignaturestyle.com) hat den Ansatz, einen qualitativ hohen Standard hinsichtlich Bilder und Texte zu liefern und meinen Leserinnen und Lesern die Möglichkeit zu geben, sich damit zu identifizieren und interagieren. Es wäre natürlich schön, wenn der Blog weit über die Grenzen hinaus bekannt würde. Ein Vorbild diesbezüglich ist sicherlich Mariano di Vaio.

Ich habe auch schon einiges an Feedback erhalten und kann sagen, dass der Blog sehr gut ankommt. Ich arbeite bereits mit diversen Topbrands wie Hugo Boss, Tigha, Calida, Scotch&Soda, Adidas, Fossil, etc. zusammen, was nicht selbstverständlich ist nach solch kurzer Zeit. Deshalb denke ich, bin ich auf dem richtigen Weg und ich versuche, mich stetig zu verbessern.

JJ: Wie sehen deine kurz- und mittelfristigen beruflichen Pläne aus, Steven, gehen sie übers Modeln hinaus?

Steven Epprecht: Ich bin generell ein Mensch, der im Hier- und Jetzt lebt und habe mir deshalb noch keine Gedanken nach meinem Modelberuf gemacht. Klar, ich habe eine gute Ausbildung und jahrelange Berufserfahrung, um wieder auf meinen alten Beruf zu wechseln. Aber aktuell genieße ich den Moment und mache dies, so lange es mir noch Spaß macht. Mit meinem Blog habe ich nun zusätzlich ein Projekt, dass sehr viel Freude bereitet, aber auch zeitintensiv ist. Somit bin ich aktuell sehr zufrieden wie alles läuft.

JJ: Danke.

Alle Fotos von der fantastischen Diana Kottmann

 

 

 

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