Vom Gefühl, das stärker wurde


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“Der Start ist immer ein anderer”, beschreibt der Schauspieler Rony Herman einen Aspekt seines Jobs; “ein Autor schreibt eine fiktive Geschichte, in die ich mich hineinversetze und in die ich eintauche. Ich bereite mich vor und wenn es am Set soweit ist, führt die Rolle mich… Sie gibt den Ton an, nicht ich. Sie bestimmt, was ich nach dem ‘…und bitte!’ des Regisseurs fühle, denke, mache…”

Rony Herman, Foto von Christian Huber

Rony Herman,
Foto von Christian Huber

Dabei stellt er sich desöfteren die Frage: “Wie würde ich reagieren?” Und wenn Rony drin und die Szene so richtig heftig ist, dauert es schonmal mehr als einige Sekunden, bis er wieder heraus kommt.

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Geben… Nehmen…

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Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen während jener entscheidenden Momente empfindet der 1,78 große mittlerweile Berliner als wichtiges “Geben und Nehmen”. Auf die Aktionen des Gegenüber möchte er offen reagieren. “Wir haben das Drehbuch alle vorher gelesen, wissen was kommt, wenn dann die Kamera läuft, müssen wir im Moment sein”, schildert er das Szenario, “ich muss mich auf die Situation, auf das, was mir angeboten wird, einlassen. Die Vorbereitung schwingt dabei mit.”

Wenn er sich einen Film anschaut, ist ideal ist für Rony “authentische Schauspieler zu erleben, die magische Momente schaffen, mir nicht das Gefühl geben, dass sie mir was vorspielen”. Als Beispiel nennt er “Marriage Story” aus dem Jahr 2019 von Noah Baumbach mit Scarlett Johansson und Adam Driver. “Von der ersten bis zur letzten Sekunde war ich mitgerissen”, schwärmt er.

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Die Sinne als Instrument

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Die Frage, was er am selbst Schauspielen, am selber Schaffen ebensolcher (im Idealfall) filmischen Momente so faszinierend findet, hat sich der sportliche junge Mann (Fußball, Kampfsport, Jonglieren) schon oft gestellt. “Das Bedürfnis, Schauspieler zu sein, war einfach da und dieses Gefühl wurde immer stärker”, sinniert er, “es macht großen Spaß, wenn ich gute Arbeit leiste.”

 Rony Herman, Foto von Jan Frankl

Rony Herman,
Foto von Jan Frankl

Irgendwann war der Aha-Moment da, Rony wollte der Passion nachgehen. Die Zeit am Lee Strasberg Theatre and Film Institute NYC empfand er als sehr professionell und seriös. “Ich habe ein gutes Gespür für Wahrhaftigkeit auf der Bühne entwickelt”, schaut er zurück, “für mich gelernt, welche Art von Schauspiel ich umsetzen möchte und gut finde. Zudem lernte ich, meine Sinne als Instrument einzusetzen.”

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Komplex

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Für Rony Herman ist die Arbeit in seinem Beruf komplex. “Zwar entlarvt man einen Schauspieler vielleicht einfacher, wenn man die Person sprechen hört. Aber die Sprache ist eben nur ein Teil”, stellt er fest. Was seine Sprache als in Linz aufgewachsener Junge anbelangt, befindet der 29jährige: “Ich würde meinen, dass ich das Hochdeutsch gut beherrsche. Selten gibt es Leute in Deutschland, die mich noch als Österreicher einstufen.”

Und das ist gut so! Denn er fügt an: “Wenn man eine Rolle mit fremdem Dialekt sprechen muss, dann sollte das Ziel sein, den Dialekt so weit zu beherrschen, dass man während des Spiels nicht mehr darüber nachdenken muss.”

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“Der Pass”

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Die deutsch-österreichische Fernsehserie “Der Pass” von Cyrill Boss und Philipp Stennert mit unter anderem Julia Jentsch und Nicholas Ofczarek war für Rony Herman “die erste große Rolle”. Dementsprechend war die Freude groß, als er erfuhr, für 14 Drehtage als Internet-Cop beziehungsweise IT-Experte Sven Rieger besetzt zu sein.

“Eine wichtige Erfahrung…”, fasst der in Österreich aufgewachsene Schauspieler zusammen, “… das wichtige Projekt und das große Set schüchterten mich anfangs ein wenig ein, ich hatte sehr hohe Erwartungen an mich.” Die Zusammenarbeit mit “coolen Leuten”, mit denen sich Rony “sehr wohl fühlte”, ließ ihn indes schnell ruhiger werden.

So nahm es nicht wunder, dass er für Staffel 2 im Januar und Februar wieder vor den Kameras aktiv sein durfte. “Diesmal kommt meine Figur Sven Rieger raus aus dem Büro”, freut sich der dunkelblonde junge Mann mit den blau-grünen Augen, “mal mit der Waffe in der Hand in den Bergen umherlaufen, war eine angenehme Abwechslung ;-)”.

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“The Power”

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Rony, Foto von Jan Frankl

Rony, Foto von Jan Frankl

Für die zehnteilige Amazon-Serie “The Power” unter der Regie von Reed Morano und gecastet von Nina Gold (u.a. Game of Thrones) verkörpert er einen Mafiosi aus Israel (sein Geburtsland). “Das erste Mal drehe ich im Ausland, in London”, freut sich der Grimme Preisträger (für “Der Pass”), “das ist eine internationale Sache, eine große Produktion mit Hollywood-Schauspielern!”

Außerdem war oder ist der junge Mann in beliebten deutschen oder österreichischen Fernsehserien zu sehen, wie “Dr. Kleist”, “Um Himmels Willen”, “SOKO Donau”, “Tatort” oder “SOKO Kitzbühel” und auch im Fernsehfilm “Song for Mia”. So kann es weiter gehen.

JJ

Weitere Informationen: Rony auf der Agenturseite oder Rony auf Filmmakers

Foto Startseite: Jan Frankl

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