Böse, lächerlich, nackt sein…

 

Thomas Goersch hat sich künstlerisch breit aufgestellt. Als Schauspieler wirkte er in Horrorstreifen wie “Reise Nach Agatis” oder „Memoir of a Cannibal“ mit, ebenso wie beispielsweise im Underground Movie “Lick an apple, like a pussy” oder auch in “Powder Girl”, unter anderem mit Brooke Shields, Ken Duken oder Felicity Jones.
Für „Das kleine Fenster Glück“, einen noch nicht fertiggestellten Film, schrieb er das Drehbuch. Zudem moderiert er für 1-2-3.TV „Goerschs Genießer Buffet“. Thomas Goersch

Bei all dem kam Thomas als Spätstarter und Quereinsteiger daher. „Als Kind war ich sehr schüchtern. Ich komme aus einer sogenannten Scheidungsfamilie und meine eigene persönliche Entfaltung stand da hinten an. Ich war aber ein Kind, welches oft am Samstag Nachmittag eigenständig ins Kino ging“, erinnert sich der gelernte Bankkaufmann. „In dem Beruf habe ich später am Schalter gearbeitet. Bestimmt hat es mir geholfen, offener zu werden und mich an den Umgang mit Menschen zu gewöhnen.“

Erst als 34jähriger hat hat der gebürtige Hofgeismarer mit dem Schauspiel angefangen. „Zu alt für eine staatliche Schauspielausbildung“, blickt er zurück, „man wird regelrecht altersdiskriminiert – und das mit 34! Damit war ich nicht zufrieden und wollte den Mangel ausgleichen, habe Workshops besucht für Moderation, eine Sprachausbildung gemacht und mich klassisch einer Theatergruppe angeschlossen. Wahrscheinlich habe ich mehr nachgeholt als jeder offizielle Schauspielschüler je gelernt hat.“

 

Nachgefragt:

 

JJ: Was ist deine Faszination Schauspiel?

Thomas Goersch: Es ist eine große Faszination, dabei immer wieder in neue Charaktere zu schlüpfen, die überhaupt nichts mit mir zu tun haben. Du kannst böse, lächerlich, nackt sein. Es hat nichts mit mir zu tun. Ich bin in der Rolle. In dem Moment lebt die Rolle und nicht mehr ich.

Gleichzeitig ist es total klasse, wenn man zum Beispiel Meryl Streep sieht, die auch immer in verschiedenste Rollen schlüpft, aber irgendwie hat man das Gefühl, immer wieder sie als Person zu sehen.

JJ: Ist die Faszination Moderation grundsätzlich anders?

Thomas Goersch: Wenn ich eine Talkshow moderiere, dann bin ich voll bei meinen Gästen und total an ihnen interessiert. Menschen sind total klasse, wenn sie sich öffnen und dich an sie heranlassen. Thomas Goersch

Bei 1-2-3.TV liebe ich das Produkt, welches ich den Menschen anbiete, gleichzeitig liebe ich, die Menschen zu unterhalten. Für mich ist da der Schlüssel, Liebe auszustrahlen.

JJ: Gibt es Schauspieler/innen, Moderatoren (m/w), die du gerne bei der Arbeit siehst?

Thomas Goersch: Oh, da bin ich voreingenommen. Seit 1980 bin ich Fan von Brooke Shields. Wir sind gleich alt und haben dann schließlich 2011 zusammen gedreht. Bei Moderatoren gehen ich nach Sympathie: Ich mag Kai Pflaume. Er ist bestimmt so, wie er im Fernsehen wirkt. Ich mag authentische Menschen.

JJ: Was geht in dir vor, während du eine Rolle spielst, in den Momenten, in denen die Kamera läuft und auf dich zeigt?

Thomas Goersch: Tatsächlich bin ich nicht bei der Kamera, wenn ich drehe. Ich bin dann bei der Szene, die ich spiele. Für mich selber denke ich immer: ‚Ich durchlebe jetzt diese Szene, die Kamera soll sie bitte aufnehmen, wenn ich sie spiele‘. Ich spiele dann nicht für die Kamera, sondern bin gedanklich in der Rolle und vergesse die Kamera komplett.

JJ: Was macht dir an Horrorfilmen Spaß?

Thomas Goersch: Ich mag intensive Charaktere. Hier kann man extrem und böse sein. Das bin ich alles privat nicht. Ich sehe mich als rücksichtsvoll und liebend. Und es ist verdammt lustig, wenn man im Film stirbt und einem das Kunstblut in die Unterhose fließt.

JJ: Erzähle mal bitte ein bisschen über „Goerschs Genießer Buffet“ auf 1-2-3.TV. Wie kam es dazu, was macht dir dabei Spaß, gibt es Feedback?

Thomas Goersch: Wie es so ist in dem Beruf, ergibt sich vieles aus Zufall. Ich habe mich nicht beworben, sondern wurde angesprochen. Ich wusste erst gar nicht, ob das für mich als Schauspieler gut ist oder nicht. Ich habe freie Hand vom Sender und darf sein wie ich bin. Das bedeutet dann auch , dass ich manchmal einfach politisch inkorrekt bin und einfach mal Blech rede und Spaß mache. Ich bin auf einer Ebene mit den Zuschauern. Die Menschen sind so toll und lieb zu mir, so dass es eine Art Liebesbeziehung ist. Das hört sich total überzogen an, aber die Menschen schicken mir so viel Liebe rüber, die ich gerne zurück gebe. Thomas Goersch

JJ: Und jetzt mal eben ins Reich der Träume, was möchtest du gerne, wenn du deiner Fantasie mal wirklich freien Raum lässt, spielen, moderieren… was auch immer?

Thomas Goersch: Ich würde gerne in einem großen Liebesfilm spielen, gerne mit Brooke Shields. lol. Der Moderationstraum für jeden Moderator ist die Oscar-Verleihung. Ich könnte tanzen, singen und mit Leuten, die ich gerne kennen würde, zum Dinner gehen.

JJ: Danke.

Weitere Informationen: facebook Seite von Thomas

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