Gute News

 

Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Die Welt ist voller schlechter Nachrichten!

Und jetzt die gute: Es gibt auch gute Nachrichten. Mindestens genauso viele.

Ja, wo sind sie denn?

Während ich das hier schreibe, muss ich gar nicht nachdenken, welche aktuellen katastrophalen Nachrichten ich als Beispiel anführen kann.  Gerade in diesem Moment wird von einer explodierenden Bombe in Brüssel berichtet und davon, dass der  Flughafen von Los Angeles evakuiert werden muss, weil Schüsse fielen. Dass in dieser Sekunde Minister Gabriel zugibt, die Bundesregierung habe Fehler im Umgang mit der Türkei gemacht, kann zur Hälfte als schlechte, zur anderen Hälfte aber auch als gute Nachricht gewertet werden. Immerhin gibt mal einer Fehler zu…

Aber wo sind sie, die wirklich guten Nachrichten, die 100 Prozent erfreulichen? Ohne Gemecker? Das Sommerwetter? Nö, was dem einen sin Uhl, ist dem anderen sin Nachtigall. Mir zu heiß. Schlechte Nachricht.

Aahhh, da sind sie ja!

Maria Fritsch; Foto von Michael Krug

Maria Fritsch;
Foto von Michael Krug

Irgendwie ging es Maria Fritsch wohl ähnlich. Zumindest was ihre Sicht auf das unausgewogene Verhältnis von guten zu weniger guten Neuigkeiten anbelangt. Als ihre Schwiegermutter während der Tage der Attentate von München und Würzburg spontan ergriffen und verzweifelt „Es gibt nur noch schlechte Menschen“ ausrief, erinnerte sich die selbstständige Grafik-Designerin an einen Plan in ihrer gedanklichen Schublade, eine Gute News Website an den Start zu bringen. „Dabei geht es mir um die positiven Neuigkeiten von Personen, nicht von Unternehmen“, präzisiert Maria das inzwischen umgesetzte Vorhaben.

Alles schlecht?

„Letztlich geht uns doch Lebensqualität verloren“, stellt die  Baden-Württembergerin fest, „es ist grauenvoll, dass die Menschen sich hauptsächlich für negative Nachrichten interessieren, es nur noch darum geht, und dadurch so aussieht, als seien alle Betrüger, alle schlecht!“ Für sie macht die verzagte Lebenseinstellung keinen Sinn. „Ich will eine schöne Welt. Und da ist mir Wurst, was die anderen sagen!“, bestimmt Maria für sich selbst.

Der Flut schlechter Nachrichten entzieht die junge Frau sich dabei nicht. Jedenfalls nicht vollends. „Ich schaue Fernsehen und will informiert sein“, bekräftigt Maria, und schränkt bewusst ein: „Aber nicht über jedes kleine Detail. Aus welchem Land ein Terrorist kommt, möchte ich gar nicht wissen.“

Nö, vieles gut!

Als Hort erfreulicher News, als letzte Bastion gegen die Invasion durch die Meute von Medienvertretern, die eine wildgewordene Sau nach der anderen durchs Dorf jagen, hat Maria Fritsch die lokalen Zeitungen ausgemacht. „Im Amtsblättle erfahre ich noch Erfreuliches“, stellt sie fest. Und neuerdings bei http://gute-news.com/.

Gute News

Gute News

Über ein Formular auf dieser Website oder unbürokratisch per Mail können Menschen ihre ganz persönlichen schönen Erlebnisse an Maria senden. „Als Text, mit oder ohne Bild, als Video, alles ist möglich“, gibt die Betreiberin keine Zwänge vor.

Die Homepage ist seit Anfang August online und das Feedback sehr gut. Wobei da eine kleine Lücke klafft zwischen den durchweg zustimmenden Reaktionen auf die Idee, gute Nachrichten zu verbreiten, einerseits – und der Einsicht vieler Menschen, ob es aus dem eigenen Leben überhaupt Positives zu konstatieren und zu berichten gibt, andererseits.

„Im Leben aller Menschen geschieht Gutes“, ist Maria sicher, „die kleinen Glücksmomente jedoch nehmen viele nicht bewusst wahr. Nur Großes, Materielles wird als Glück empfunden.“ Und: „Vielleicht ist manchem auch schlicht der Energieaufwand zu hoch, der Frage nachzugehen: Was ist gut in meinem Leben?“

In den wenigen Tagen, die „gute-news.com“ aktiv ist, sind nichtsdestotrotz schon reichlich gute News eingegangen. „Warum es bei mir nur Plan A gibt“, „Eine Absage – und wie daraus ein sehr genialer Moment wurde“, „Mikrokosmos Dachterasse“ oder „Positive Schwingungen auf dem Turnfest“ heißen die kleinen Alltagsgeschichten, die das Leben zu dem machen, was es ist – interessant, verrückt, witzig, freundlich oder einfach nur… lebenswert.

Augen auf, Blick nach vorne.

Maria Fritsch weiß, dass sie mit ihrer Idee, mit ihrer Website, mit ihrem Engagement, mit ihrer nach vorne gerichteten Lebenseinstellung die Welt nicht grundlegend verändern wird. Der nächste Terrorist lauert genau in diesem Augenblick auf die nächste Gräueltat, die Meute der

Maria sieht die guten Neuigkeiten: Foto von Michael Krug

Maria sieht die guten Neuigkeiten:
Foto von Michael Krug

Katastrophenberichterstatter wird sich auf das Ereignis stürzen, sich auf das öffentliche Interesse berufen, und über jedes Detail berichten. Selbsternannte Experten werden auf der Bildfläche erscheinen und ihren Senf dazugeben und Politiker… na ja, lassen wir das.

Maria indes wird den Rest der Menschheit weiter aufrufen, die Augen offen zu halten, das Bewusstsein zu erweitern, um auch die positiven Dinge wahrzunehmen. Die im eigenen Leben. Die, die das eigene Leben besser machen.

JJ.

Weitere Informationen: http://gute-news.com/ und facebook Seite Gute News

 

 

 

 

 

 

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