Es war einmal in California

 

Heute möchte ich eine Geschichte erzählen, die in den USA begann, in California. Nein, auch wenn es dieser Tage nahe liegt, es ist nicht die Story von Hillary und dem griesgrämigen Trump und auch nicht die vom bösen Wolf.

Elvis, Golden State und Tennis

Aber die von Alexander Wolf. Und er hat mit dem ganzen politischen Tamtam nichts zu tun. Dafür indes mit Elvis. Der Elvis? Ja, genau der, der ein Jahr lang in der Goethestraße 14 in Bad Nauheim lebte und von da aus im März 1960 Deutschland verließ. Ihm folgten seine deutsche Sekretärin und sein Frisör – die Eltern von Alexander, der später im Golden State das Licht der Welt erblickte.

Foto von Claudia Engl

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Mit Schauspiel hatte er in Kindheit und Jugend zunächst mal wenig am Hut. Und wenn schon mit Sich-Darstellen und im Mittelpunkt stehen, dann beim Sport. Alexander war und ist begeisterter Tennisspieler.

„Fünf, sechs Mal pro Woche mache ich in irgendeiner Weise Sport“, erzählt er, „spiele Tennis, gehe ins Fitnessstudio, jogge oder betreibe Yoga.“ Erst als der frühere Unternehmer vor zirka zehn Jahren seine Firma verkaufte, sah er sich vor der Entscheidung, als Businesscoach weiter zu machen – oder als Schauspieler sein Glück zu versuchen.

Sofort geklappt… erstmal…

„Ich habe immer gemocht zu spielen und mich kreativ auszuleben“, erklärt Alexander Wolf seine Entscheidung, nahm Schauspieltraining und ging zu einem Casting, in dem es um Werbung ging. „Das hatte sofort geklappt“, zeigte er sich überrascht, „und ist so schnell und in der Weise auch nie wieder passiert.“

Das betrifft indes nur die Schnelligkeit, mit der der Berliner seinerzeit den Job ergatterte. Viele weitere folgten. Auch in der Werbebranche, aber nicht nur.

Fotografiert von Claudia Engl

Fotografiert von Claudia Engl

Unter anderem im Kinofilm „Erwartungen“ von Regisseur Sebastian Mattukat spielte Alexander die Hauptrolle, in der Constantinfilm-Komödie „Gut zu Vögeln“ mischte er mit, ebenso wie in der US-Produktion „Collide“ neben Nicolas Hoult, Anthony Hopkins und Ben Kingsley. Aktuell ist er Teil des Hauptcasts von „The same Sky“, einer internationalen Serie mit beispielsweise Friederike Becht, Tom Schilling, Ben Becker oder Anja Kling unter der Regie von Oliver Hirschbiegel.

Die Welle, der Sprung, der Ritt

Geht es ans Werk, zum Dreh, stimmt sich der Darsteller schon am Vortag oder auf dem Weg zum Set ein. „Zehn Minuten vor meinem Einsatz brauche ich den kompletten Rückzug“, beschreibt er die Zeit, bevor es zur Sache geht.

„Nach dem ‚Bitte‘ des Regisseurs erweitert sich mein Bewusstseinszustand, die Sinne explodieren“, beschreibt Alexander Wolf, „ich bin gespannt, was in mir geschieht – und was mit der Figur, die ich darstelle. Dann bin ich drin in dieser anderen Person. Es ist wie ein Rausch. Oder wie das Gefühl beim Surfen, die Welle kommt… ich springe auf… und gleite…“

Nachdem die Szene im Kasten ist, geniest der Schauspieler die entstandene Energie; redet gerne mit den Kollegen in der Garderobe oder später beim Bier. Aber „nicht unbedingt über den Job, eher über alles Mögliche“.

Alexander Wolf liebt es, sich durch seine Arbeit in andere Zeiten versetzen zu können. Beispielsweise in die 50er Jahre bei „Kudamm 56“ oder bei in „The same Sky“ in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, „mit den Koteletten-Frisuren und der Kleidung sowie den Kulissen oder Autos von damals.“

Fotografiert von Claudia Engl

Fotografiert von Claudia Engl

Außer unter anderem dem deutschen Tom Schilling sieht er besonders gerne Hugh Jackman („was für ein unglaublicher Performer, Tänzer, Sänger, Schauspieler, ein absolutes Vorbild“), Tom Hanks, Helen Mirren, Meryl Streep oder George Clooney bei der Arbeit zu.

Das hat was!

Filme, in denen letztgenannter mitwirkte, haben es Alexander besonders angetan. Rollen, die Clooney verkörperte, sind für ihn durchaus ein Schauspielertraum. „Diese Storys vom-Tellerwäscher-zum-Millionär, vom-Versager-zum-Helden oder des vertrottelten Großkotzes mag ich, das hat was“, benennt er offene Wünsche und Ziele.

Mit Politik-Tamtam hat die Geschichte, die ich heute erzählte, und die in California begann, also tatsächlich nichts gemeinsam. Mit Elvis vielleicht? „Tolle Frage“, antwortet Alexander, und es wird ihm klar: „Ich denke, das hat mich unbewusst immer beeinflusst und meine Nähe zum Showbusiness genährt!“

JJ

Foto Startseite: Claudia Engl

 

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