Als Team gewinnen

 

Eva Güthe hat als Moderatorin und Redakteurin reichlich Erfahrung – vor und hinter der Kamera. Ausgebildet ist die Frau aus dem Ruhrpott in Regieassistenz und als Videojournalistin. Zudem erwarb sie Führungserfahrung als Redaktionsleiterin in NRW und Rheinland-Pfalz, wo sie auch einen neuen TV-Sender redaktionell aufbaute.

Als ein Unternehmen in Köln Moderatoren suchte, wurde Eva hellhörig – und Filialleiterin in einem Escape Room.

„Ein toller Ausgleich“

 

JJ: Eva, ich bin nicht wirklich up to date, was ist ein Escape Room?

Eva Güthe: Das war ich anfangs auch nicht. Als ausgebildete Moderatorin stehe ich vor der Kamera oder auf einer Bühne. Bei einer Recherche bin ich durch Zufall auf eine Jobanzeige gestoßen. Bei Exit the Room Köln wurden „Moderatoren“ gesucht. Ich war sehr neugierig, was es damit auf sich hat und seitdem komme ich nicht mehr davon los. Ich bin total begeistert von diesem Konzept. Ein live room Escape Game ist ein Gruppenspiel, bei dem Menschen in einem realen Raum Aufgaben oder Rätsel lösen müssen, um das Spiel zu meistern. Das Team spielt gegen die Zeit. Es ist eine tolle und außergewöhnliche Freizeitbeschäftigung. Auch außerhalb des Jobs können sich Kollegen besser kennenlernen und ein Teambulding-Event veranstalten.

Vorbereiten muss man sich auf die Spiele nicht. Sobald man den Raum betritt,  entflieht man dem Alltag und begibt sich auf eine intellektuelle Reise durch eine Welt voller Rätsel und Geheimnisse! Google kann einem nicht den Weg navigieren. Hier muss man selbst mit seinem Gehirn joggen 😉  Der Erfolg liegt also bei einem selbst und man kann nur im Team gewinnen. Es ist eine spannende Herausforderung, bei der Grips und Logik einfach mal auf den Kopf gestellt werden. Gesprächsstoff ist danach auf jeden Fall garantiert!

JJ: Du leitest in Köln eine „Exit The Room“ Filiale. Erzähle mal, was bietet Ihr da wem an?

Eva Güthe: In unserer Kölner Filiale im Mauritiussteinweg 110 haben wir drei ganz unterschiedliche Räume. Diese sind auch in unterschiedliche Schwierigkeitsstufen eingeteilt. Von leicht bis schwer. So können sich Newcomer langsam herantasten und auch echte Profis haben Spaß.

Auf unserer Internetseite http://exittheroom.de/de/koeln/ kann man sich vorab über die Räume informieren und für sein Team das passende Erlebnis raussuchen. Und buchen. Wir empfehlen eine Teilnehmerzahl von 2-6 Spielern. Zu uns kann jeder kommen: Familien, Freunde, Arbeitskollegen, Schulklassen usw. Bei jüngeren Teilnehmern sollte aber ein Erwachsener dabei sein.

Bei uns wird vorab jede Gruppe über den genauen Ablauf des Spiels informiert und eingewiesen. So dass keine Fragen offen sind und man sich voll und ganz 60 Minuten auf das Spiel einlassen kann. Manchmal ist es aber schon lustig, wenn einige Teilnehmer vor lauter Spannung schon die genaue Anzahl der Codes und Rätsel wissen möchten. Wir geben das ganz bewusst nicht vor und zeigen auch keine Bilder von unseren Räumen im Internet. Es soll ja spannend sein. Bei uns dürfen die Teilnehmer ganz eigenständig denken, rätseln und knobeln. Doch stehen sie mal auf dem Schlauch, dürfen sie einen Joker nutzen, um einen wertvollen Hinweis zu erhalten. Jedes Spiel wird bei uns von einem Spielleiter betreut.

Foto: Sabine Skiba

Foto: Sabine Skiba

JJ: Filialleiterin klingt nach einem umfangreichen Tätigkeitsfeld, Eva?

Eva Güthe: Für mich ist das ein toller Ausgleich zu meiner Tätigkeit als Moderatorin. Es kommen so viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen zu uns und genau das macht es für mich so spannend. Wenn ein Team 60 Minuten lang alles gegeben hat und dann ganz stolz und zufrieden aus dem Raum kommt, ist das auch für uns Mitarbeiter ein schöner Moment. Als Filialleiterin habe ich kurz gesagt den Laden im Griff 😉 Ich muss das Geschäft erfolgreich führen. Aber auch den Kopf hinhalten, wenn es mal nicht nach Plan läuft. Und ganz wichtig:  Die Mitarbeiter bei Laune halten.

Als Dienstleister ist es mir natürlich sehr wichtig, dass unsere Spieler ein schönes Erlebnis bei uns haben. Es ist auch wichtig, dass alles im Laden funktioniert und nichts fehlt oder kaputt ist. Zudem bin ich für die Mitarbeiter zuständig. Ich erstelle zum Beispiel Dienstpläne und habe auch immer ein offenes Ohr für die Kollegen. Das Headoffice befindet sich in Budapest und deshalb koordiniere und kommuniziere ich sehr viel zwischen Deutschland und Ungarn.

Wenn ich an meine eigenen Chefs aus der Vergangenheit zurück denke, waren diese eigentlich selten beliebt bei den Mitarbeitern. Zu denen möchte ich aber nicht gehören. Ich bin der Meinung, dass man ein guter Chef sein kann, der das Unternehmen nach vorne bringt und gleichzeitig bei den Mitarbeitern gut ankommt. Zumindest arbeite ich an meiner Theorie und versuche sie jeden Tag in der Praxis umzusetzen. Die Mitarbeiter können zum Beispiel bei der Entscheidungsfindung teilhaben und sie können jeder Zeit neue Ideen einbringen. Bei uns in Köln arbeiten viele junge Leute. Da ist es wichtig, Grenzen und Regeln aufzuzeigen. Es ist auch wichtig, ein gemeinsames Ziel vor Augen zu haben. Ich fordere die Mitarbeiter gerne heraus. Denn ich möchte schließlich auch Leistung sehen. Von nichts kommt ja auch nichts.  Ich bin sicher nicht perfekt darin.  Denn auch ich mache Fehler. Wichtig ist aber, dass ich sie für mich erkenne und ich mich persönlich und dadurch auch die Firma weiterentwickeln kann.

Obwohl ich schon Erfahrung als Führungskraft habe, ist dieser Job eine sehr große Herausforderung für mich und ich stoße oft an meine Grenzen. Aber wer mich kennt weiß, dass ich es rocke. Ich habe ein tolles Team hinter mir, das mir viele Freiheiten lässt.

JJ: Ich habe mich auf eurer Website  unter „Buchung“ mal umgeschaut. Es sieht so aus, als läuft der Laden. Müssen Interessenten beizeiten buchen?

Eva Güthe: Die Kölner Filiale gibt es erst seit November 2015. Und ja, es läuft wirklich richtig gut. Oft ist es so, dass Leute zu uns kommen und im Anschluss dann gerne auch noch unsere weiteren Räume testen möchten. Termine müssen im Voraus gemacht werden. Aber manchmal ist auch spontan etwas möglich.

JJ: Hast du selbst mal mitgespielt, alleine oder im Team? Wie lief es?

Eva Güthe: Natürlich habe ich zu Beginn meiner Tätigkeit bei Exit the Room die Spiele selbst gespielt, um einfach ein Gefühl dafür zu bekommen. Ich hatte das zuvor ja noch nicht gemacht. Ich wollte auch wissen, wie sich dann die Spieler in dieser Situation fühlen. Dadurch konnte ich ein besseres Verständnis entwickeln und kann jetzt sehr gut auf sie eingehen und kenne die Problematiken. Alleine musste ich da zum Glück nicht durch. Ich habe zusammen mit meinen Kollegen gespielt. Und wenn ich mich richtig erinnere, haben wir uns auch wirklich doof angestellt.

JJ: Eva, ich bin ein Teambuilding-Muffel. Keine Ahnung, warum. Ist mir zu helfen?

Eva Güthe: Absolut. Ein einzelner Mensch weiß sicher ganz schön viel. Aber eben auch nicht alles. Jeder hat andere Schwerpunkte. Dann kommt ein anderer und kann helfen. Und so hilft man sich gegenseitig immer weiter. Am Ende hat man das Problem zusammen gelöst. Alleine wäre es undenkbar gewesen. Ist doch super, oder?

Gerne auch mal hier vorbei schauen: https://www.facebook.com/exittheroomkoln/?ref=hl und hier (z.B. für Erfahrungsberichte und gezielte Informationen): www.escape-game.org  

 

Foto Startseite: Sabine Skiba

 

 

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